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ETL Friedrichshafen spendet für Onlinekurse an Kliniken

Die Werkstatt am Krankenbett

Die ETL Bodensee Gruppe unterstützt durch die ETL Stiftung Kinderträume bringen die Online-Kurse der Wissenswerkstatt Friedrichshafen e.V. in die Krankenzimmer von Kindern und Jugendlichen mit langen Krankenhausaufenthalten.

Es gibt Diagnosen, die das Leben von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien nachhaltig erschüttern und in ein „Davor“ und ein „Danach“ teilen. Einige ziehen lange Krankenhausaufenthalte nach sich. Gerade bei onkologischen Erkrankungen beschränkt sich der Bewegungsradius der jungen Patienten und Patientinnen und mindestens einem Elternteil auf die Station und das eigene Zuhause bzw. dem an die Klinik angegliederten Elternhaus.

Nun sind onkologische Kinderstationen in Deutschland in der Zwischenzeit weit entfernt von den tristen Bildern, die im Allgemeinen mit ihnen assoziiert werden. Die Kinder und Jugendlichen werden von Lehrer und Lehrerinnen der Klinikschule betreut. Es gibt Spiel- und Kreativangebote sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Begleitpersonen. Die Chemotherapie zieht jedoch eine Infektanfälligkeit nach sich, die den Familien eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nahezu unmöglich macht. Gerade die Älteren unter den Patienten verbringen wesentlich mehr Zeit mit Videospielen und Fernsehen als ihre Altersgenossen.

Seit Frühjahr 2020 bietet die Wissenswerkstatt Friedrichhafen e.V. Onlinekurse für Privatleute und Schulklassen an. Die großzügige Spende der ETL Gruppe von EUR 5.000,00, die um eine weitere private Spende von 500 Euro durch Frau Cara Raff, Geschäftsführerin der ETL Bodensee Gruppe aufgestockt wurde, macht es dem Verein möglich die Kurse speziell für Kinder und Jugendliche mit langen Krankenhausaufenthalten anzubieten.

Die Kurse selbst unterscheiden sich kaum von den Standard-Online-Kursen der Wissenswerkstatt. Sie werden so gestaltet, dass sie auch im Krankenhausumfeld sicher durchzuführen sind. Teilnehmer und Teilnehmerinnen von 6 bis 10 Jahren können von fast 30 MINT-Angeboten wählen. Es darf experimentiert, gebaut und programmiert werden. Das Material liefert die Wissenswerkstatt direkt in die Klinik bzw. zu den Familien nach Hause. Benötigtes Werkzeug und Microcontroller für erste Programmierversuche werden der Station ebenfalls zur Verfügung gestellt. Zum vereinbarten Termin bekommen die Familien einen Link für eine Videokonferenz mit dem Kursleiter oder der Kursleiterin und schon kann es losgehen – live und in Farbe. Der Kursleiter oder die Kursleiterin wecken Technikbegeisterung

„Das besonderen an diesem Angebot ist, dass es sich nicht von den Kursen unterscheidet, die wir gesunden Kindern anbieten“, erklärt Kathrin Hopkins, Geschäftsführerin der Wissenswerkstatt. „Es bildet das normale Leben ab – zumindest das normale Leben in Pandemiezeiten und ist ein Fenster nach draußen.“ Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Als Pilot ist aufgrund von persönlichen Verbindungen zunächst eine Kooperation mit der Uniklinik Ulm vorgesehen, wo die ersten Schritte der Implementierung bereits durchgeführt wurden. Später soll es landes- und bundesweit ausgerollt werden.

„Die Inizialzündung für dieses Wunschprojekt geben zu können erfüllt uns mit echter Begeisterung,“ freut sich Cara Raff. „Ein derartiges Angebot gibt es bisher in keiner Klinik und wir hoffen damit vielen Kindern mehr als nur Spaß und Ablenkung zu bieten.“

Die regulären Kurse der Wissenswerkstatt sind stark nachgefragt – seien es Online- oder die Präsenzkurse. Sie werden finanziert durch die ZF Friedrichshafen AG, die Zeppelin-Stiftung, der VDI, die Zeppelin GmbH und Rolls Royce Power Systems. Die Spende von ETL macht es der Wissenswerkstatt möglich, zusätzliche Kapazitäten für Adressaten zur Verfügung zu stellen, denen es nicht so einfach möglich wäre, einen Kurs der Wissenswerkstatt zu belegen und ihnen so die Chance auf Teilhabe zu geben.

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