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Wissenswerkstatt Friedrichshafen macht sich für Mädchen stark

Die Friedrichshafener Wissenswerkstatt ist jetzt Teil der baden-württembergischen Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“. Das Aktionsbündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, Frauen und Mädchen gezielt in ihrer Entscheidung für die Berufsfelder rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu bestärken und sie auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu begleiten. Vor rund zehn Jahren hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg das Bündnis ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich diesem mehr als 60 Partnerorganisationen angeschlossen.

„Von dem Beitritt zum Bündnis erwarten wir uns eine noch bessere Vernetzung. Uns ist die Diskussion zwischen den Akteuren wichtig, der Ausstauch von Ideen, aber auch das kritische Hinterfragen von Projekten und Herangehensweisen“, sagt Kathrin Hopkins, Geschäftsführerin der Friedrichshafener Wissenswerkstatt. Der eingetragene Verein begeistert seit 2009 Kinder und Jugendliche für Technik. Im SEE.STATT-Gebäude am Bahnhof und in der Dependance im ZF Forum können sie Technik auf spielerische Art praktisch erleben. Schon seit der Gründung der Wissenswerkstatt liegt ein besonderer Fokus auf der Förderung von Mädchen. „Wir decken die klassischen auf Mädchen zugeschnittenen Angebote ab – wie zum Beispiel Girls‘ Days, Mädchenkreativtage, reine Mädchenkurse und vieles mehr“, erläutert Hopkins. „Aber wir gehen noch einen Schritt weiter. Unter dem Schwerpunkt „Design und Technik“ fassen wir Themen zusammen, bei denen wir über nicht-technische Themen für Technik begeistern. Dieses soll vor allem Mädchen ansprechen. Hierfür arbeiten wir mit Schulen und anderen Institutionen zusammen.“

Geschäftsführerin Kathrin Hopkins spricht Rahmen des 10. Bilanzgespräch der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ im Haus der Wirtschaft, StuttgartGeschäftsführerin Kathrin Hopkins spricht Rahmen des 10. Bilanzgesprächs der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ im Haus der Wirtschaft, Stuttgart (Quelle: Franziska Kraufmann)

Mit dem Karl-Maybach-Gymnasium entstand zum Beispiel der Kokon – eine über drei Meter große Statue aus Stahl und Weiden, die auf einem öffentlichen Platz installiert wurde. Bei der Konzeption lernten die Jugendlichen Themen wie 3D-Konstruktion, Schweißen, 3D-Druck oder Lasercutter kennen. Zurzeit arbeitet die Friedrichshafern Wissenswerkstatt an einem Konzept, bei dem Tuschezeichnungen im Rahmen des Kunstunterrichts erstellt werden, die dann in der Wissenswerkstatt von den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe des Lasercutters oder der CNC-Maschine auf verschiedene Materialien übertragen werden. Zudem kooperiert die Wissenswerkstatt im Projekt „wissen2 Friedrichshafen“ mit sieben weiteren überwiegend nicht-technischen Organisationen zusammen, so zum Beispiel mit der Musikschule, dem Zeppelinmuseum und dem Medienhaus. „Gemeinsam geben wir Tandemkurse im Online- und Präsenzformat, in denen wir von MINT-fremden Themen zu MINT-Themen überleiten. Dies kommt sowohl bei den Mädchen also auch bei den Eltern der Mädchen sehr gut an“, betont Hopkins.

Andreas Köster, Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen und erster Vorsitzender im Vorstand der Wissenswerkstatt, sieht einen entscheidenden Mehrwert darin, sich beim Bündnis zu engagieren. „Den Anteil von Frauen in technischen Berufen zu erhöhen, ist elementar – nicht nur um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sondern auch, weil es wichtig ist, dass die Frauen in der Wirtschaft stärker vertreten sind“. Laut Katrin Fichtl, Personalleiterin der ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik und im Vorstand der Wissenswerkstatt erste stellvertretende Vorsitzende machten Technologieunternehmen wie ZF vielfältige positive Erfahrungen, wenn sich Frauen stärker in Technikthemen einbringen. Gemischte Teams seien kreativer, innovativer und in vielen Teilen auch harmonischer und effizienter.

Unterzeichnung des Bündnispapiers durch den Vorstand der Wissenswerkstatt (Quelle: Wissenswerkstatt Friedrichshafen)

Das Bündnis im Rahmen der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ wurde 2011 vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst haben gemeinsam mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, dem Ministerium für Soziales und Integration und weiteren Bündnispartnern aus Arbeitgeber- und Branchenverbänden, Gewerkschaften, Frauennetzwerken, Hochschulen, Stiftungen und der Bundesagentur für Arbeit ein Bündnispapier unterzeichnet. Mittlerweile haben sich diesem Bündnis insgesamt 63 Partnerorganisationen angeschlossen. In einem jährlichen, gemeinsamen Aktionsprogramm bündelt dieses zahlreiche Einzelmaßnahmen und schafft so die Grundlage, das Thema „Frauen in MINT-Berufen“ in voranzubringen.

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